Zitat

ZEIG DAS G – Fingeralphabet vor Donau in Linz, © Métail


Kurzzitate zum Werk

(aus Besprechungen, wechselnd bespielt und gereiht nach Zufallsprinzipien)

„Die Gliederung eines Textes in Überschrift, Zusammenfassung und Fließtext wird ausgehebelt, indem die Funktionen vertauscht werden. Eine Beiläufigkeit kann eine Überschrift ergeben, eine Randbemerkung kann zu einer Faustregel werden, belanglose Seufzer können Wendepunkte in einem Dialog sein.“ Helmuth Schönauer, Lesen in Tirol, 09.11.2017 (15.01.2020)

„Steinbacher beschwört gegebene Formen, die er dann aufgreift, um sie zu reaktivieren, indem er ihnen ‚Gelenke‘ implantiert, die er sogleich in alle Richtungen auskegelt. Referenzen erhalten so in der Umdichtung eine ungeahnte, neue Beweglichkeit.“ Michael Wurmitzer, Der Standard, 04.12.2014

„Ausgangspunkt seiner literarischen Arbeiten ist meist eine Zerlegung des allzu festgefügten Gebäudes unserer Sprachordnung. Kein Sprachbaustein bleibt dabei auf dem anderen. Zugleich ist Steinbacher aber auch ein besessener Konstruktivist, der aus den Tonfällen, Bildprogrammen und metrischen Echos seiner lyrischen Vorbilder ästhetische Funken schlägt.“ Michael Braun, Volltext 3/2019

„Durch die Übernahme des Metrums und der Strophenform hat der Autor einen Modus gefunden, die verschwenderische Üppigkeit und Verdrehtheit des barocken Sprachgestus ‚formell‘ aufzugreifen und anzuzapfen und zugleich für ganz andere Gestimmtheiten, Sprechweisen und Themen zu öffnen.“ Gisela Steinlechner, Wespennest 168/Mai 2015

„Eine Prosa, die darum bemüht ist, über ihr Gemacht-Sein, ihre eigene Verfertigung nachzudenken, und die zwischen Fest-Fügen und Beweglichkeit ständig oszilliert.“ Florian Neuner, Wespennest 141/Dez. 2005

„[…] Diese eigentlich ethische Grundhaltung des Schreibens treibt die beiden tragenden strukturellen Elemente der Narrativik dieses Buches hervor: dialogische Devianz und poetologische Reflexivität.“, Christian Aspalter, Wespennest 122/März 2001

„Steinbachers epochaler Text weht unsere banale Sprache heran, um sie wegzupusten. Seine Gräser im Wind sind, um ein Wort von Maurice Blanchot auszuborgen, eine ‚Gespenstergeschichte ohne Gespenst‘.“ Stefan Ripplinger, Wespennest 174/Mai 2018